Muslimische Bestattung in Köln: Grabfeld, Gebühren und Ablauf
Wenn Sie in Köln Abschied nehmen, gibt es zwei muslimische Grabfelder: den Westfriedhof in Bocklemünd und den Friedhof Lehmbacher Weg in Brück. Ein Ort liegt links des Rheins, einer rechts.
- Ausrichtung nach Mekka
- Tuchbestattung: auf Antrag möglich
Die wichtigsten Schritte im Trauerfall
Diese Reihenfolge hilft Ihnen in den ersten Stunden. Den konkreten Ablauf stimmen Sie anschließend mit dem Bestattungsunternehmen und der Friedhofsverwaltung ab.
- Ärztliche Todesbescheinigung Eine Ärztin oder ein Arzt stellt die Todesbescheinigung aus. Sie wird benötigt, bevor die verstorbene Person überführt werden darf.
- Bestattungsunternehmen beauftragen Ein mit islamischen Bestattungen vertrautes Unternehmen organisiert die Überführung, Kühlung, rituelle Waschung (Ghusl) und das Leichentuch (Kafan).
- Friedhofsverwaltung kontaktieren Für die Friedhöfe in Köln ist Friedhofsverwaltung der Stadt Köln zuständig. Die Verwaltung stimmt Grabstätte und Beisetzungstermin mit dem Bestattungsunternehmen ab. Telefon: +49 221 22123511.
- Totengebet (Janazah-Gebet) und Beisetzung Den Ort und die Zeit des Gebets stimmen Sie mit der Moscheegemeinde und dem Bestattungsunternehmen ab. Die Beisetzung erfolgt mit Ausrichtung nach Mekka.
Was trifft auf Ihre Situation zu?
Wählen Sie die Situation, in der Sie sich gerade befinden:
Friedhöfe mit muslimischem Grabfeld in Köln
Welcher Friedhof näher liegt, hängt davon ab, wo Ihre Familie wohnt. Adresse, Eingang und örtliche Hinweise stehen auf der jeweiligen Grabfeldseite.
Westfriedhof
Bocklemünd/Mengenich
Amtlicher Flyer der Stadt Köln (August 2023): nach wie vor die erste Adresse für muslimische Bestattungen in Köln.
Friedhof Lehmbacher Weg
Brück
Friedhofsgebühren und weitere Bestattungskosten
Eine Bestattung setzt sich aus zwei getrennten Bereichen zusammen: den behördlichen Friedhofsgebühren der Stadt Köln und den individuellen Dienstleistungen des Bestattungsunternehmens.
Städtische Gebühr
Grabnutzung
1.945,00 €
Wahlgrabstätte 25 bzw. 30 Jahre
Nutzungszeit: 25 Jahre
Städtische Gebühr
Beisetzung
775,00 €
Sargbestattung Wahlgrabstätte
Die Satzung nennt diesen Posten für eine Sargbeisetzung. Bitte erfragen Sie, welcher Gebührenposten für die Tuchbestattung gilt.
Dienstleistung
Leistungen des Bestattungsunternehmens
Individuell vereinbart
Überführung, Kühlung, rituelle Waschung, Leichentuch, Formalitäten
Bitten Sie vor der Beauftragung um einen schriftlichen Kostenvoranschlag.
Amtliche Friedhofsgebührensatzung Köln
| Position | Art | Betrag | Nutzungszeit |
|---|---|---|---|
| Wahlgrabstätte 25 bzw. 30 Jahre | Grabnutzung | 1.945,00 € gemäß Gebührensatzung vom 01.08.2023 | 25 Jahre |
| Sargbestattung Wahlgrabstätte | Beisetzung | 775,00 € gemäß Gebührensatzung vom 01.08.2023 | einmalig |
Kommunale Gebührensatzung der Stadt Köln vom 01.08.2023 · geprüft am 12. September 2026.
Islamischer Ritus und örtliche Regelungen in Köln
Tuchbestattung
In Köln kann eine Bestattung im Leichentuch beantragt werden, wenn die Glaubensgemeinschaft eine sarglose Beisetzung vorsieht. Der Transport auf dem Friedhofsgelände erfolgt im geschlossenen Sarg. An der Grabstelle wird die verstorbene Person im Leichentuch beigesetzt.
Die Beisetzung im Leichentuch gehört zum islamischen Ritus. In Nordrhein-Westfalen können Friedhofsträger sarglose Beisetzungen aus religiösen Gründen in ihrer Satzung zulassen. Wie die Beisetzung und der Transport zum Grab vor Ort ablaufen, regelt die Friedhofssatzung der Stadt Köln.
Voraussetzungen und örtliche Hinweise
Eine Beisetzung ist auf den dafür eingerichteten Grabfeldern der Kölner Friedhöfe mit Ausrichtung nach Mekka möglich.
Häufige Fragen zur Bestattung in Köln
Gibt es in Köln ein muslimisches Grabfeld?
Ja. In Köln gibt es muslimische Grabfelder auf zwei Friedhöfen: Westfriedhof und Friedhof Lehmbacher Weg. Die Gräber sind nach Mekka ausgerichtet. Welcher Friedhof für Ihre Familie passend ist, stimmen Sie mit dem Bestattungsunternehmen und der Friedhofsverwaltung ab.
Ist eine sarglose Tuchbestattung möglich?
In Köln kann eine Bestattung im Leichentuch beantragt werden, wenn die Glaubensgemeinschaft eine sarglose Beisetzung vorsieht. Der Transport auf dem Friedhofsgelände erfolgt im geschlossenen Sarg. An der Grabstelle wird die verstorbene Person im Leichentuch beigesetzt. Vor der Beisetzung stimmt das beauftragte Bestattungsunternehmen den genauen Ablauf mit der Friedhofsverwaltung ab.
Gibt es ein ewiges Ruherecht?
Nach islamischem Verständnis soll die Totenruhe zeitlich unbegrenzt gewahrt bleiben. Kommunale Friedhöfe vergeben Grabnutzungsrechte jedoch für festgelegte Zeiträume. Für „Wahlgrabstätte 25 bzw. 30 Jahre“ nennt die Gebührensatzung eine Nutzungszeit von 25 Jahren. Ob und wie das Nutzungsrecht danach verlängert werden kann, hängt von der Grabart und der örtlichen Satzung ab. Fragen Sie die Friedhofsverwaltung vor der Auswahl ausdrücklich, wie die Grabstätte langfristig erhalten werden kann.
Kann das Sozialamt die Bestattung übernehmen?
Wenn der Person, die für die Bestattung verantwortlich ist, die Kosten nicht zugemutet werden können, kann sie beim zuständigen Sozialamt eine Kostenübernahme nach § 74 SGB XII beantragen. Lassen Sie sich möglichst vor der Beauftragung beraten und fragen Sie, welche Unterlagen benötigt werden.
Welche Bestattungsfrist gilt in NRW?
Nach dem Bestattungsgesetz NRW darf eine Erdbestattung frühestens 24 Stunden nach dem Tod stattfinden und soll in der Regel innerhalb von 10 Tagen erfolgen. Da im Islam eine möglichst zügige Beisetzung geboten ist, kann die örtliche Ordnungsbehörde auf Antrag und nach Vorliegen aller Bescheinigungen eine frühere Beisetzung genehmigen.